Geschichte der Gumbertuskirche

DIE GESCHICHTE VON ST. GUMBERTUS

St. Gumbertus, im Herzen Ansbachs gelegen, zählt zusammen mit ihrer Schwesterkirche St. Johannis zu den zentralen Innenstadtkirchen und bildet mit ihr die Pfarrei St.Gumbertus/St. Johannis. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die Uranfänge der einstigen Residenz. Mit ihrem Namen erinnert sie an den fränkischen Edelfreien Gumbertus, der um 748 am Zusammenfluss der Rezat und des Onoldsbaches ein Marienkloster errichten ließ, dessen Mönche der benediktinischen Ordensregel “ora et labora” folgten.

Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster in ein Chorherrrenstift umgewandelt und erlebte eine große Zeit, bis schließlich 1528 durch Landtagsbeschluss unter Markgraf Georg den Frommen die Kirche zusammen mit der Markgrafschaft Ansbach der evangelisch-lutherischen Reformation beitrat. Damit begann nicht nur in Gumbertus, sondern auch in der Markgrafschaft eine bis heute profilierte und bewährte Geschichte evangelisch-lutherischen Glaubens.

Die Krypta unter der Schwanenritterkapelle. Foto: Hans-Martin Goede

Die Krypta unter der Schwanenritterkapelle. Foto: Hans-Martin Goede

Unsere St. Gumbertuskirche vereint in sich die wechselnden Baustilepochen von mehr als einem Jahrtausend, angefangen von den heute noch sichtbaren ältesten Bauteilen Ansbachs (Krypta um 1040), über die Georgskapelle (14. Jhdt), den hohen Chor der einstigen spätromanischen Hauptkirche (der heutigen Schwanenritterkapelle 16.Jhdt) und dem markgräflichen Repräsentationskirchenbau, den Markgraf Carl Wilhelm Friedrich 1738 durch Leopold Retty errichten ließ. Nach dem Ende der Markgrafschaft wurde aus der ehemaligen Hofkirche eine Gemeindekirche, deren drei Sprengel heute die nordöstliche Stadthälfte mit rund 5600 Gemeindegliedern umfassen.

Kirchenraum von St. Gumbertus. Foto: Hans-Martin Goede

Kirchenraum von St. Gumbertus. Foto: Hans-Martin Goede

Auf dem Grund reicher Geschichte und bewährtem Glaubens durch alle geschichtlichen Widerfahrnisse hindurch dient heute St. Gumbertus den Menschen der Stadt und oft auch Besuchern weit darüber hinaus mit einer lebendigen Vielzahl kirchlichen Lebens. Bekannt sind, gerade wegen der hervorragenden Akkustik des Kirchenraumes kirchenmusikalische Aufführungen, insbesondere durch die Ansbacher Kirchenmusik und den Windsbacher Knabenchor, sowie vor allem durch die Internationale Bachwoche. Spirituelles Leben ermöglicht die stets offene Kirche mit vielen liturgischen Formen, von denen neben den vielfältigen Gottesdiensten (aufblühend z.B. die Krabbelgottesdienste) vor allem die kleineren Formen wie “Orgelmusik zur Marktzeit“ oder die Bismarckturmandachten und anderes zu nennen wären.

Heimat bietet die Gemeinde in ihren Gemeindezentren (im 1994 neu eingeweihten Lenauweg; in der von Weber Straße und im Beringershof mit seiner besonderen Atmosphäre) für verschiedenste Gruppen und Kreise, so unter anderem dem Tutzinger Freundeskreis. In der Nachbarschaft zweier gemeindlicher und eines Vereinskindergartens (Lenauweg drei Gruppen und „Wichtelparadies“ in Pfaffengreuth mit zwei Gruppen + Krippengruppe, sowie „Pfiffikus“ in der von-Weber-Straße mit fünf Gruppe+Krippe) haben sich in den letzten Jahren stets mehr und mehr lebendige Mutter- und Kind Gruppen gebildet, die vor allem Familien und deren Kindern beste Möglichkeiten bieten. Seelsorgliche Begleitung in den Seniorenheimen St. Ludwig und Onoldia werden durch die Sprengelpfarrer, in der Seniorenresidenz und im Casa Reha durch den theologischen Mitarbeiter Peter Gruber  wahrgenommen.

St. Gumbertus ist Teil kirchlichen Lebens in der Stadt und freut sich über die in den letzten Jahren entwickelten Kooperationen, z.B. im Kinder- und Jugendbereich mit dem Jugendwerk und dem CVJM. Die seit vielen Jahren gelungenen ökumenischen Beziehungen zur katholischen Nachbarpfarrei St. Ludwig wurden in jüngster Zeit erweitert durch zukunftsweisende Gemeinsamkeiten zwischen dem Gemeindezentrum Lenauweg im 2. Sprengel und der Pfarrei Christ König. Engste Beziehungen bestehen zu dem 1878 gegründeten evangelischen Gemeindediakonieverein, dessen Diakoniestation im Gemeindegebiet ihr Zentrum hat und zum Theresiengymnasium, an dessen Gründung als Mädchenlyzeum ein ehemaliger Gumbertuspfarrer beteiligt war.

Weit über 100 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen monatlich den Gemeindegruß, leiten Erwachsenengruppen (unter vielen hat besonderes Gewicht die Bibelstunde im Lenauweg) und besuchen Neuzugezogene und Gemeindeglieder bei Geburtstagen. So lebt und wirkt unsere Gemeinde unter der Leitung des Kirchenvorstandes (15 Personen) im Dienste des Evangeliums mitten in der Stadt, um im Pulsschlag der Zeit Gott die Ehre zu geben.

Info-Blatt Gumbertus (Version 2013)